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Zurichtung

Ein Buchstabe kommt selten allein, er trifft im Text auf Vorgänger und Nachfolgerzeichen. Für ein ansprechendes Schriftbild müssen die Abstände der Lettern untereinander, also die Zurichtung der Schrift, stimmen. Traditionell reiht man die Zeichen wie Perlen auf einer Schnur aneinander, so daß sich die Abstände aus den Vor- und Nachbreiten ergeben, die fest mit den Buchstaben verbunden sind. Diese Art des Setzens ist ein Kompromiß, denn der Zwischenraum zum nächsten Buchstaben richtet sich eigentlich nach der Form des gerade gesetzten Zeichens und der des nachfolgenden. Die Abstände sollte man deshalb für jede Buchstabenkombination korrigieren – das nennt man unterschneiden (Kerning). Die digitale Textbearbeitung benutzt dafür Tabellen, in denen die Unterschneidungswerte vorliegen, die die Satzprogramme auswerten können. Vollständige Kerningtabellen müßten bei 200 Buchstaben einen Umfang von 40 000 Werten aufweisen. Als Zugeständnis an Speicherplatz und Performance haben die meisten Schriften nur Tabellen mit zirka 200 Einträgen.


Quelle

Haberbeck

Papierlexikon "Deutsch, Englisch, Finnisch, Französisch"