f:mp. Papierlexikon

Medienproduktioner werden in ihrer Kommunikation mit zahlreichen Fachbegriffen konfrontiert und benötigen diese auch, um eine optimale und klare Kommunikation mit allen Leistungspartnern zu ermöglichen. Aus diesem Grund hat der f:mp. das "Medienproduktioner-Lexikon" zusammengestellt.
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Umweltzeichen

In unserem Land spielen Umweltzeichen im Rahmen des produktbezogenen Umweltschutzes eine wichtige Rolle. Trotz der häufig beklagten Inflation an Zeichen und der damit zusammenhängenden Verbraucherirritation ist es aus umweltpolitischer Sicht positiv zu bewerten, wenn neutral organisierte Zeichen mit dem Ziel geschaffen werden, die Information der Verbraucher und Anwender zu verbessern und zugleich Anreize und Orientierungen für eine Verbesserung der Umwelteigenschaften der Produkte zu schaffen.
Vier Argumente stehen für die Umweltzeichen:
– Durch sie wird ein wichtiger Beitrag zur Umweltaufklärung und Vertiefung des
Umweltbewusstseins geleistet. Die Bekanntgabe des Vergabegrundes weist den Verbraucher auf produkttypische Umwelteigenschaften hin. Er erkennt durch diese Information, welchen Beitrag er selbst für die Verbesserung der Umweltsituation leisten kann und wird hieraus möglicherweise eine Verhaltensveränderung
ableiten.
– Das Umweltzeichen fördert die Unterrichtung durch den Handel, weil es erklärungsbedürftig ist. Die Kundenberatung wird auf die Vorteile umweltfreundlicher Produkte aufmerksam machen und sie verkaufsfördernd nutzen.
– Das Umweltzeichen schafft Wettbewerbsanreize und sichert bessere Wettbewerbschancen.
Hersteller und Werbefachleute nutzen das gewachsene Umweltbewusstsein für ihre
Produkte.
– Das Umweltzeichen beschleunigt den technischen Wandel. Die Vergabebedingungen setzen realistische Maßstäbe für Weiterentwikklungen und geben Auskunft und Anreiz für zukunftsorientierte Innovationen. Bei der Vergabe des Umweltzeichens werden Qualitätstandards zugrunde gelegt, die in der Regel oberhalb bestehender gesetzlicher Vorschriften liegen und dem jeweils erreichbaren höchsten Stand der Technik entsprechen.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Umweltzeichen wichtige Orientierungshilfen für den Verbraucher sind. Sie sind verlässlicher als schlichte Werbefloskeln wie „Bio“, „Öko“, „Natur“ oder andere Produktatribute.

Swan-Label
Ein umfassendes, weil ganzheitliches Umweltzeichen.
Die Werte des „Nordic-Swan“ basieren auf den Emissionen bei der Papier- und Zellstoffproduktion und sind in 1994 neu festgelegt worden.

EUGROPA APPROVED
Dieses Umweltzeichen kennzeichnet Papiere, die mindestens 50% Altpapier enthalten,
gewonnen aus gebrauchtem Papier und Remittentenware.
Fabrikabfälle sind nicht eingeschlossen.
Ein Mischungsverhältnis mit leicht erhöhtem Frischfaseranteil (pre consumer waste u./o.
Primärfasern) paart verantwortliche Umweltorientierung mit anspruchsvollsten Qualitätsanforderungen an das Papier.

Blauer Engel
Mit diesem Umweltzeichen können Produkte gekennzeichnet werden, sofern sie folgenden Anforderungen entsprechen:
– Die Papierfasern der Produkte müssen zu 100 % aus Altpapier (Tolerenz von 5%)
bestehen. Altpapier ist der Oberbegriff für Papiere und Pappen, die nach Gebrauch
oder Verarbeitung erfassbar anfallen.
Fertigungsausschuss ist kein Altpapier.
– Die Recyclingpapiere müssen mindestens 51% Altpapier der unteren, mittleren und
krafthaltigen Altpapiersorten enthalten.
– Die Produkte müssen erfüllen:
– Der Gehalt an nachweisbarem Formaldehyd im Endprodukt darf höchstens 1,0 mg/dm”
betragen.
– Der Gehalt an nachweisbarem PCB im Endprodukt darf höchstens 4 ppm betragen.
– Der Gehalt an nachweisbarem Glyoxal im Endprodukt darf höchstens 1,5 mg/dm betragen.
– Als Farbmittel dürfen keine Azofarbstoffe eingesetzt werden.
– Es dürfen keine Farbmittel eingesetzt werden, die Quecksilber-, Blei-, Cadmium- oder
Chrom VI-Verbindungen als konstitutionelle Bestandteile enthalten.
– Es dürfen keine Farbmittel, Oberflächenveredelungs- und Beschichtungsstoffe eingesetzt werden.
– Für die Beschichtung von Durchschreibe-, Selbstdurchschreibe- und Thermopapiere
dürfen nur bestimmte Stoffe verwendet werden.
– Bei der Aufbereitung der Altpapiere muss auf optische Aufheller, Chlor, halogenierte Bleichchemikalien und Ethylendiamintetraessigsäure
(EDTA) vollständig verzichtet werden.

DIN ISO 9706
Diese internationale Norm beschreibt die Anforderungen an alterungsbeständiges Papier für Schriftgut und Druckerzeugnisse. Sie ist für unbedruckte Papiere anwendbar (nicht für Pappen).
Sie zielt darauf ab, Papiere auszuzeichnen, die für die Aufbewahrung auf eine unbegrenzte Zeitdauer am besten geeignet sind. Die Anforderungen sind im Detail festgelegt.

DIN 6738
Diese deutsche Norm zielt vor allem auf Papiere und Kartone, die als Informationsträger nach längerer Lagerzeit in Archiven und Bibliotheken noch benutzbar sein müssen. Auf die Festlegung der stofflichen Zusammensetzung der Papiere wurde bewusst verzichtet. Die Alterungsbeständigkeit ist nach Lebensdauer-Klassen
(LDK) gestaffelt und zwar:
– LDK 24-85
Papiere dieser LDK dürfen „alterungsbeständig“ genannt werden, da sie nach heutigem
Erkenntnisstand bei schonender Behandlung und Lagerung voraussichtlich eine Lebensdauer haben, an die höchste Anforderungen gestellt werden können.
– LDK 12-80
Papiere dieser LDK werden nach heutigem Erkenntnisstand bei schonender Behandlung
und Lagerung voraussichtlich eine Lebensdauer von „einigen 100 Jahren“ haben.
– LDK 6-70
Papiere dieser LDK werden nach heutigem Erkenntnisstand bei schonender Behandlung
und Lagerung voraussichtlich eine Lebensdauer von „mindestens 100 Jahren“ haben.
– LDK 6-40
Papiere dieser LDK werden nach heutigem Erkenntnisstand bei schonender Behandlung
und Lagerung voraussichtlich eine Lebensdauer von „mindestens 50 Jahren“ haben.
Es existieren weltweit zur Zeit eine Reihe von Umweltzeichen, die in der Bundesrepublik
Deutschland jedoch keine wesentliche Bedeutung bislang erlangt haben. Diese sind:

EU Eco-Label
Swedish Environmental Choise
Dutch Millieukeur (Environment Hallmark)
US Green Seal program
Canadian Environmental Choice
Japanese Eco Mark
Korea Environmental Labeling Association (KEL)
Environmental Choice New Zealand
Taiwan’s Green Mark
Zimbabwe’s Environment 2000 Foundation


Quelle

Fachverband Medienproduktion

Papierlexikon "Deutsch, Englisch, Finnisch, Französisch"

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