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Nachhaltigkeit – 20.01.2021, 10:31 Uhr

Manhillen Drucktechnik arbeitet bereits komplett klimaneutral

Was Apple und Facebook für 2030 anstreben, hat der Rutesheimer Druckspezialdienstleister schon 2020 erreicht: Das mittelständische Unternehmen ist CO2-neutral. Alle Kunden profitieren damit automatisch von einer klimaneutralen Druckproduktion, die deren CO2-Bilanz nicht belastet.

Das Unternehmen klimaneutral aufzustellen ging dabei nicht von heute auf morgen. Dass er trotzdem nicht nur im Vergleich mit den großen Internetgiganten die Nase vorn hat, sondern auch deutlich schneller ist als die großen deutschen Industriekonzerne, wundert Geschäftsführer Frank Manhillen dabei nicht.

Viele kleine Schritte auf dem Weg zur klimaneutralen Druckproduktion
Die Verantwortung für Umwelt und Klima sei von jeher fest in der Philosophie der Unternehmerfamilie Manhillen verankert. "Der Grundstein dafür, dass wir jetzt komplett klimaneutral arbeiten, wurde bereits vor mehr als 15 Jahren gelegt und jede unternehmerische Entscheidung hat seither immer die Nachhaltigkeitskomponente mit drin", erläutert der engagierte Rutesheimer Unternehmer. Ressourcenschonendes Handeln war schon zwischen 2005 und 2007 beim Neubau des Produktions- und Bürogebäudes eine wesentliche Maßgabe, als bewusst auf nachhaltige Baustoffe gesetzt wurde und ein Augenmerk darauf lag, die Ressource Wasser zu schonen, indem beispielsweise Brauchwasser als Nutzwasser verwendet wird. Eine an der Südfassade installierte Photovoltaikanlage versorgt seit 2008 den gesamten Vertriebs- und Verwaltungskomplex des Unternehmens mit Eigenstrom und soll 2021 über das gesamte Dach erweitert werden. Bei der Anschaffung neuer Maschinen spielt immer auch deren Klimabilanz eine Rolle, und in Punkto Druckmaterial sucht Manhillen kontinuierlich Alternativen. So konnten bereits 2011 Bio-PVC-Karten ins Portfolio aufgenommen werden, das zwischenzeitlich auch Karten aus 100% recyceltem PVC oder aus Holzfurnier umfasst.

"Wir hatten nie nur den Unternehmenserfolg im Auge, sondern wollten auch immer unseren Beitrag zum Wohl der Gesellschaft und vor allem zum Umweltschutz leisten. Als Familienunternehmen sind wir dabei in unseren Entscheidungen natürlich sehr frei und haben diese immer konsequent für Ressourcen- und Energieeffizienz getroffen. Das gibt sicher den Ausschlag, dass wir heute dort stehen, wo wir stehen und in Punkto klimaneutrales Arbeiten teilweise viele Schritte weiter sind als große Player", stellt Manhillen mit Stolz in der Stimme fest.

Die Manhillen Drucktechnik GmbH arbeitet komplett klimaneutral und darf daher das offizielle Mitgliedslogo der bvdm-Klimainitiative führen.

Standortbilanz mit CO2-Fußabdruck des gesamten Betriebes
Im zurückliegenden Oktober wurde schließlich auf Basis der Zahlen von 2019 vom Bundesverband Druck und Medien (bvdm) für Manhillen eine sogenannte Standortbilanz erstellt. Dabei werden insgesamt 15 sogenannte Scope-3-Emissionskategorien nach dem GHG Protocol, dem relevanten Standard für die Bilanzierung von Treibhausgasemissionen, abgeprüft. Es finden alle direkten Emissionen Eingang, die beispielsweise durch Verbrennungsprozesse stationärer oder mobiler Anlagen entstehen, ebenso alle indirekten Emissionen. Große Positionen sind hier der zugekaufte Strom sowie die indirekten Emissionen, die für die vorgelagerte Produktion zugekaufter Waren entstanden sind. Auch die Entsorgung - in Form des Abfallaufkommens im Betrieb selbst aber auch für die verkauften Produkte - fließt hier mit den entsprechenden Emissionswerten ein. Geschäftsreisen und die Emissionen, die durch die Arbeitswege der Mitarbeiter entstehen, werden ebenfalls berücksichtigt, um nur einige Beispiele zu nennen. Das Prozedere ging also weit über das hinaus, was Manhillen bereits seit 2011 anbietet, also auf Kundenwunsch einzelne Druckaufträge mit Hilfe des vom bvdm zertifizierten CO2-Rechners klimaneutral zu stellen. Am Ende der Datenerfassung und -auswertung galt es für den Druckdienstleister, noch 321 Tonnen CO2 durch den Kauf von Klimazertifikaten zu kompensieren. "Sämtliche Druckaufträge, die bei uns produziert werden, sind damit jetzt klimaneutral", bringt Manhillen das Ergebnis der Standortbilanz auf den Punkt.

Kauf von Klimazertifikaten ruft auch Kritiker auf den Plan
Immer wieder wird die Kompensation von CO2 durch den Kauf von Klimazertifikaten verglichen mit modernem Ablasshandel. Für Manhillen hinkt der Vergleich, denn es gehe ja nicht um ein "Sich-Freikaufen" und ansonsten ein "weiter wie bisher". Die richtige Reihenfolge auf dem Weg zum klimaneutralen Betrieb, so Manhillen, sei immer, zuerst darüber nachzudenken, wie man im Unternehmen CO2-Emissionen vermeiden oder zumindest reduzieren kann und in entsprechende Entwicklungen zu investieren - so wie Manhillen es seit vielen Jahren kontinuierlich tut. Es werde dann immer noch ein Rest bleiben, da es heute schlicht nicht möglich sei, alle Emissionen zu eliminieren. Und nur noch diesen Rest gelte es dann mittels Klimazertifikaten zu kompensieren. Im Gegensatz zum früheren Ablasshandel stehe den Klimazertifikaten, die man erwirbt, auch eine echte Kompensationsleistung gegenüber, betont Manhillen. Natürlich gibt es auch hier schwarze Schafe und Projekte, die in der Kritik stehen. "Daher war für uns von Anfang an klar, dass nur sogenannte Goldstandard-Projekte in Frage kommen, bei denen sichergestellt ist, dass sie nachweislich zur Reduktion von Treibhausgasen führen und gleichzeitig gut für die lokale Umwelt sind sowie auch soziale Belange der Bevölkerung vor Ort berücksichtigen", so Manhillen. Konkret hat Manhillen sich mit dem Wasserkraftwerk in der türkischen Provinz Rize für ein TÜV NORD zertifiziertes Projekt entschieden, das sauberen Strom produziert und so jedes Jahr 25.000 Tonnen CO2 einspart.

Manhillens Kritik an der Kritik
Frank Manhillen schätzt es nach eigenen Worten generell sehr, dass es gerade auch diese kontroversen Diskussionen gibt und sie durch die Zäsur, die Corona verursacht, sogar aktuell wieder mehr aufflammen. Denn das, so der Unternehmer, zeige, dass sich Unternehmen wie Konsumenten mit dem Thema aktiv auseinandersetzten. Verfolgt man die öffentliche Diskussion, liegt der gemeinsam Nenner in der Klimadiskussion wohl in der Einigkeit darüber, dass etwas getan werden muss.

Manhillen hat in den vergangenen Jahren allerdings die Erfahrung gemacht, dass der Umsetzungswille zu oft nicht an der grundsätzlichen Möglichkeit, sondern am Marketingbudget und dem Kostendruck in den Unternehmen seiner Kunden gescheitert ist. Er hat die klimaneutrale Kartenproduktion auf Wunsch bereits seit 2011 angeboten und war damit auch auf reges Interesse gestoßen. Aber obwohl oft angefragt, fiel die Entscheidung bedauerlicherweise dann noch zu oft gegen das klimaneutrale Drucken. Denn der Druckauftrag wurde in der Vergangenheit durch den Einsatz von Biomaterial und das Klimaneutralstellen einfach etwas teurer als der Vergleichsauftrag ohne Kompensation. Manhillen hat sich mit seinem Betrieb daher entschieden, den großen Schritt zu gehen und als Unternehmen insgesamt nur noch klimaneutral zu arbeiten. Und er wird im Übrigen ganz bewusst die Kosten für die Klimaneutralstellung nicht an die Kunden weitergeben. Damit, dass für die Auftraggeber keine Mehrkosten entstehen, unterstreicht er einmal mehr, dass es Überzeugung ist, die hinter seinem Klimaengagement steckt.

Dieses Engagement beinhaltet aber eben zwangsläufig auch den Kauf von Klimazertifikaten. Befremdlich findet der Firmenlenker es tatsächlich, wenn er nun deswegen an den Pranger gestellt werden soll. Denn "es kann nicht sein, dass am Ende die Unternehmen, die sich engagieren und Dinge anstoßen, mehr in der Kritik stehen als die Unternehmen, die nichts tun und still und heimlich auch weiterhin zu den großen Emittenten gehören." Der Unternehmer ist überzeugt: "Es ist grundsätzlich gut, wenn immer mehr Unternehmen Verantwortung übernehmen und mehr fürs Klima tun wollen - auch wenn manche vielleicht erstmal mit kleinen Schritten anfangen."

WIN-Charta des Landes Baden-Württemberg unterzeichnet
Auf der anderen Seite gilt aber auch: "Wer natürlich nur Zertifikate kauft, ohne sich Gedanken um die eigene Energie- und Ressourceneffizienz zu machen, agiert weder redlich noch im Sinne des Klimaschutzes. Und ich hoffe, dass die Öffentlichkeit sieht, welche Unternehmen das Ganze ernsthaft betreiben und für wen Klimaschutz nur ein weiteres Marketinginstrument ist." Um diese Transparenz zu schaffen und generell die Sichtbarkeit für die Maßnahmen zu erhöhen, wird es laut Manhillen immer wichtiger, das Commitment zu Nachhaltigkeit offiziell zu demonstrieren. 2020 hatte das Unternehmen deshalb auch die WIN-Charta, eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Nachhaltigkeit, unterzeichnet und sich dort mit einem individuellen Zielkonzepts formell zu seiner ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung bekannt. Damit wird zugleich auch die die CSR-Richtlinie der EU für Nachhaltigkeitsberichtserstattung (2014/95/EU) erfüllt.
Das komplette WIN-Charta-Zielkonzept der Manhillen Drucktechnik GmbH kann auf der Seite für Nachhaltigkeitsstrategie des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg eingesehen und heruntergeladen werden: www.nachhaltigkeitsstrategie.de/wirtscha...nternehmen

Weitere Informationen: http://www.man-druckt.de

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