Um dem Thema "Visuelle Kommunikation" gerecht zu werden, hat der f:mp. die Brancheninitiative go visual ins Leben gerufen. Die ausführlichen Informationen zur Initiative finden Sie hier: www.go-visual.org




Ziel der Out of Home-Werbung ist es, abseits der klassischen Werbemedien wie Zeitschriften, TV, Kino, Hörfunk oder dem Web die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden an öffentlichen Orten zu gewinnen. Übergeordnet gehören hierzu die Ambient-Werbung, DigitalSignage und natürlich alle Werbeformen am im Außenbereich.

Werbeformen am im Außenbereich.
WerbeformMedien
Klassische PlakatwerbungStandard-Papierplakat
Billboards
Panoramaflächen
Superposter
Blow-ups
Sonderformate
City-Light-PosterCity Lights
Tele Lights
Mega Lights
Poster Lights
VerkehrsmittelwerbungTrafficboards
Fahrzeug-Vollverklebung
Mobile Billboards
Digitale AußenwerbungGroßbildschirme
Videoboards
Ambient MediaBierdeckel, Brötchentüten, Zapfsäulen, Gratispostkarten, Toilettenspiegel, Kleiderbügel etc.


Inhalte

» Plakatwerbung
» Verkehrsmittelwerbung
» Digitale Außenwerbung
» Ambient Media
» Durchschnittspreise (Mediakosten)
» Wirkung von Außenwerbung
» viscom-Vorträge 2009
» viscom-Vorträge 2010

Damit die Werbewirkung optimiert wird, ist ein wichtiges Kriterium, solche Orte auszusuchen, die regelmäßig von möglichst vielen Menschen frequentiert werden. Das zweite Kriterium ist die Auswahl von Flächen, die besonders ins Auge fallen, zum Beispiel beim Spazierengehen oder während des täglichen Einkaufs. Von Vorteil ist es, wenn sich viele Menschen in der Nähe einer solchen Werbefläche in einer Wartesituation befinden. Hierzu zählen Bahnhöfe, Flughäfen und Haltestellen.
Der Fachverband für Außenwerbung unterscheidet auf Basis der differenten Werbeträger zwischen vier verschiedenen Sparten von OOH-Medien: Plakatwerbeträger, Transportmedien, elektronische Medien und Ambient-Medien.



Plakatwerbung

Die Vielfalt an Plakatwerbeträgern ist groß. Die diversen Varianten unterscheiden sich in Größe, Anbringungsort und -art sowie durch die zusätzliche Nutzung von Licht.
Das Plakat ist mit das bekannteste und „dienstälteste“ Medium der Werbung. Schon in der Antike wurden Bekanntmachungen öffentlich als Holztafeln angeschlagen. Spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts trat das Papierplakat dann endgültig seinen Siegeszug an, als in Zeiten der Industrialisierung aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks die Werbung zur Notwendigkeit wurde. Befestigt werden die herkömmlichen Papierplakate an dazu vorgesehenen Stellen, zum Beispiel an Plakatwänden oder Litfaßsäulen sowie an weiteren geeigneten Flächen wie Bauzäunen.
Nachteil des hohen Bekanntheitsgrads ist das sinkende Interesse an diesem Medium. Um mehr Blickkontakte und mehr Aufmerksamkeit zu generieren, wurden die Formate mit der Zeit immer größer. In den Bereich des Großformats gehören die sogenannten Billboards (Format 18/1), die Panoramaflächen (Format 36/1) und die Superposter (Format 40/1). Dazwischen gibt es auch Sonderformate und -flächen. So ist es beispielsweise möglich, ganze Säulen mit einem flächendeckenden Plakat zu versehen.
Die größte Werbefläche bietet das im Fachjargon als Blow-up bezeichnete Plakat, womit ganze Gebäudefassaden ausgestattet werden können. Solche XXL-Poster sind natürlich ganz besondere Hingucker und erzielen somit einen sehr hohen Wirkungsgrad.
Ein wenig abseits des klassischen Plakats sind die sogenannten City-Light-Poster einzuordnen. Das Besondere daran ist die Hinterleuchtung. Um dies zu realisieren, werden die Poster in einer freistehenden Glasvitrine angebracht, die zudem einen zusätzlichen Schutz bietet. Man unterscheidet City Lights im Hochformat 118,5 x 175 cm, bei denen auch Lentikulareffekte etc. zum Einsatz kommen können, die kleinformatigen Tele Lights (80 x 160 cm), die großformatigen Mega Lights (356 x 252 cm) und die Poster Lights, Plakatwechsler im Standardformat.



Verkehrsmittelwerbung

Fahrzeugwerbung bietet das Potenzial der Mobilität. Taxen und andere PKWs, Transporter, LKWs und Sattelschlepper sowie öffentliche Verkehrsmittel bis hin zu Fernverkehrszügen werden mithilfe einer bedruckten Folie zum Werbeträger. Der Vorteil ist, dass hiermit gezielt Orte angesteuert werden, an denen sich viele Menschen aufhalten. Dazu gehören einerseits natürlich die zentralen Stellen der Innenstädte, andererseits auch belebte Straßen und Autobahnen.
Folien im Standardformat sind die Trafficboards. Diese sind vergleichbar mit herkömmlichen Papierplakaten, nur dass als Werbeträger ein Bus oder eine Straßenbahn dient. Die Vollverklebung nutzt das ganze Verkehrsmittel als Werbefläche aus, wodurch sich der Effekt potenzieren lässt, denn eine vollständig beklebte Bahn ist ein richtiger Eyecatcher. Mobile Billboards gehen als transportable Plakatwände noch einen Schritt weiter, indem das Fahrzeug in erster Linie der Werbepräsentation und nicht dem Transport dient. Auf den dementsprechend großen Flächen können zweiseitig plakatierte Wände, mechanische Vitrinen mit mehreren Motiven sowie aufblasbare oder dreidimensionale Werbemedien Platz finden.
Darüber hinaus können auch die Innenbereiche von Transportmitteln mit Werbung ausgestattet werden. Dazu platziert man die Werbebotschaften beispielsweise als City-Light-Poster in den Bus, klebt sie als Folie auf die Decken- oder Seitenscheibenflächen oder montiert Bildschirme an die Rückenlehne der Vordersitze im Taxi. Sonderformen für den Innenwerbebereich von Transportmedien sind zum Beispiel die Beklebungen der Sitzfläche oder Hänger an den Handschlaufen in den Bussen.



Digitale Außenwerbung

Die Potenziale elektronischer Werbemedien wie etwa den Digital Signage-Systemen beruhen zum einen auf dem Bewegtbild und zum anderen auf der Interaktivität. Damit werden die Betrachter schnell in den Bann gezogen. Die Beschäftigung mit dem digitalen Medium ist nachweislich intensiver.
Großbildschirme oder Videoboards übertragen rechnergesteuert einzelne Bilder oder Videos bis hin zu Imagefilmen. Das erlaubt es, Inhalte sehr schnell zu aktualisieren und sogar tageszeit- oder ortsabhängig individuell einzusetzen.
Digital Signage hat in Deutschland noch keinen so großen Markt gefunden wie in anderen Ländern. Hier ist sicherlich das Vorbild England mit dem berühmten Piccadilly Circus noch lange nicht erreicht. Dennoch wächst laut einer Studie von Goldmedia und Screen Digest der Markt für digitale Außenwerbung in Westeuropa jährlich um durchschnittlich etwa 29 Prozent.
Zurzeit findet man digitale Informationssysteme vorwiegend in Bahnhöfen, Flughäfen und an anderen öffentlichen Plätzen.



Ambient Media

Unter Ambient Media versteht man Werbemittel, die so platziert werden, dass sie im Alltag der Interessensgruppen wahrgenommen werden. Bekannteste Beispiele sind Bierdeckel, Brötchentüten oder Pizzakartons.
Bei dieser Variante der Außenwerbung spielt der Überraschungseffekt die entscheidende Rolle. Rechnet der Verbraucher nicht mit Werbung, prägt sich die zugrunde liegende Botschaft besser ein. Deswegen sind die genannten Beispiele zwar kennzeichnend für den Begriff des Ambient Media, für das Werbemittel im direkten Lebensumfeld, sind aber nicht unbedingt die erfolgreichsten Ambient Medien, denn daran sind die Konsumenten bereits weitestgehend gewöhnt. Eine hohe Wirksamkeit lässt sich vielmehr mit kreativen Ideen realisieren.
Der größte Vorteil dieser für den Verbraucher teilweise auch „nützlichen“ Werbemittel ist die Möglichkeit, sehr direkt die relevante Zielgruppe zu erreichen, zum Beispiel in Gaststätten, Kinos oder Fitnessstudios.



Durchschnittspreise (Mediakosten)

Bei allen diesen Formen der Außenwerbung definiert sich der Preis abgesehen von regionalen Preisdifferenzen über die Auffälligkeit und somit letztendlich dem Aufwand der Umsetzung. Die günstigste Variante ist die traditionelle. Die Plakatierung einer Liftfasssäule in Deutschland kostet laut einer Studie von Media Plakat und dem Fachverband Außenwerbung in 2009 durchschnittlich 1,41 Euro pro Tag und Fläche. City-Light-Poster, Ganzsäulen, Großflächen und Groß-Hochformate liegen durchschnittlich zwischen 10,20 Euro und 16,73 Euro. Teurer sind City-Light-Säulen mit 31,47 Euro und Superposter mit 39 Euro (landesweit zum selben Preis). Die größte Investition stellen neben den kostenintensiven Blow-ups die Mega-Light-Poster und City-Light-Boards sowie verglaste und beleuchtete Großformate dar. Hier beträgt der durchschnittliche Preis in Deutschland 56,59 Euro pro Tag und Fläche. Die regionalen Preisunterschiede sind allerding drastisch. In den Bundesländern Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist der Durchschnittspreis teilweise nahezu doppelt so hoch wie in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.
Zum Teil unterscheiden sich die Preise auch nach Frequentierung bzw. Zielgruppenerreichbarkeit. Die Anbringung von Großflächen in Einkaufzentren und Verbrauchermärkten sind zum Beispiel oftmals teurer als auf der Straße oder an Haltestellen.
Hinzu kommen schließlich noch die technischen Produktionskosten, die von der Auflage abhängig sind.



Wirkung von Außenwerbung

Um die Wirkung insbesondere von Plakatkampagnen zu ermitteln, können zwei Verfahren verwendet werden: Die Werbung kann im Vorfeld prognostiziert (Pretest) oder im Nachhinein gemessen werden (Posttest).
Beim Pretest werden Plakatmotive unter die Lupe genommen und hinsichtlich der Werbebotschaft, Visualisierung, Positionierung und Zielgruppe untersucht, um gestalterischen Fehlern im Vorfeld entgegenzuwirken, die ansonsten die Wirkung schmälern könnten. Es besteht auch die Möglichkeit, die Plakate einer Medienanalyse zu unterziehen und quasi einen Testlauf durchführen zu lassen, um durch Kundenbefragungen das am besten geeignete Motiv herauszufiltern.
Nachträgliche Befragungen können Aufschluss bringen über die Steigerung der Bekanntheit oder die Werbeerinnerung. Die Ergebnisse lassen sich dann auf nachfolgende Kampagnen übertragen.

viscom-Vorträge 2009

Auf der viscom 2009 hat der f:mp. einen Teil des Vortragsprogramms organisiert und veranstaltet. Die Vorträge finden Sie hier zum Dornload.

Welche Technik für was? (Lösemitteldruck, UV, Wasserbasiert usw.)

Darstellung der Druckverfahren und deren Einsatzgebiete für PrintByer und Auftraggeber.
Referent: Gerhard Worch, Kürten & Lechner GmbH, Bergisch Gladbach
PDF-Download: welche+Technik+fuer+was.pdf [PDF 1.527 KB]

SuperMotion – Plakate, die bewegen

"Kurzanimationen" auf Basis der Lentikulartechnik mit außergewöhnlichen Effekten.
Referent: Olaf Hartmann, Touchmore GmbH, Remscheid
PDF-Download: SuperMotion.pdf [PDF 3.751 KB]

Latex-Tintenanwendung ein Überblick über die Möglichkeiten

Einsatz im Umfeld der „Nachhaltigen Medienproduktion“
Referent: Francois Martin, Marketing Manager EMEA IPG Graphics Solution Hewlett Packard
PDF-Download:
Latex+Print.pdf [PDF 1.185 KB]

Nachhaltige Medienproduktion im Out-of-Home-Umfeld

Aufgaben und Möglichkeiten für Unternehmen zur Differenzierung und Darstellung der Medien und Materialien im Zuge der Nachhaltigkeit.
Referent: Alexander Rossner, ClimatePartner Deutschland GmbH, München
PDF-Download: nachhaltige+Medienproduktion.pdf [PDF 1.732 KB]

viscom-Vorträge 2010

Auf der viscom 2010 hat der f:mp. einen Teil des Vortragsprogramms organisiert und veranstaltet. Die Vorträge finden Sie hier zum Dornload.

Chancen im medialen Technologiewechsel: Von klassischen Medien zu Digital Signage.

Dargestellt an realistischen Projekten
Referent: Stefan Knoke, geschäftsführender Gesellschafter der Seen Media GmbH
PDF-Download: SeenMedia2010.pdf [PDF 627 KB]

Entwicklung und neue Möglichkeiten des digitalen Tintenstrahldrucks

Referent: Andreas Stephan, Manager Business Development , Business Unit Professional Graphic & Photo, Epson Deutschland GmbH
PDF-Download:
Epson-fmp-Viscom-2010.pdf [PDF 3.224 KB]

Infos zur viscom: www.viscom-messe.com

Umweltgerechte Medienproduktion mit der Latex-Technologie

Druckdienstleister müssen im Bereich der Out-of-Home-Werbung große Vielseitigkeit unter Beweis stellen. „Indoor“-Qualität“ ist das Ziel, das erreicht werden soll. Hindernisse stellen neben der notwendigen hohen UV- und Witterungsbeständigkeit vor allem die vielen unterschiedlichen Druckmedien dar. Allein im Bereich der klassischen Plakatwerbung gibt es aufgrund der sehr heterogenen Varianten vom Standardplakat bis hin zum Blow-up oder Mega-Light vielfältige Materialien von Papier über Folie bis hin zu Textilien, die bedruckt werden müssen.

Zusätzlich besteht insbesondere vonseiten der Markeninhaber die Forderung nach einer möglichst günstigen Umweltbilanz. Von der Produktion bis zum Recycling sollten Werbemedien heutzutage weitestgehend umweltverträglich sein. Im Materialsektor ist diesbezüglich schon viel geschehen. Problematisch sind dagegen immer noch die Farben und Tinten.
Mit Latex Printing Technologies bietet HP seit Kurzem die Möglichkeit auf unbeschichteten und lösungsmittelkompatiblen Medien umweltfreundlich zu drucken. Den wasserbasierten Latex-Tinten liegt die Wasserdispersions-Polymer-Technologie, die sogenannten Latex-Technologie zugrunde. Mithilfe eines flüssigen Trägerstoffs aus etwa 70% Wasser, 30% Lösungsmittel für wasserbasierte Tinten sowie Zusatzstoffen werden feste Latex-Polymer- und Pigmentpartikel auf die Oberfläche des Druckmediums aufgebracht. Der hohe Wasseranteil gewährleistet eine hohe Oberflächenspannung und niedrige Viskosität der Tintentropfen. Spezielle Belüftungssysteme oder spezielle Trockner sind nicht notwendig. Das Wasser des Trägerstoffs wird unmittelbar danach mit einer Druckzonenheizung verdampft. So bildet sich zunächst ein dünner, flüssiger Film in dem sich die Pigmentpartikel verteilen können. Anschließend wird der Film mit einer Härterzonenheizung getrocknet. Die Pigmente verkapseln und die Tinten trocknen bereits im Drucker vollständig, so dass die Druckerzeugnisse sofort weiterverarbeitet werden können.
Auf dem Druckmedium bildet sich bei Verwendung dieser Technologie eine haltbare Schicht. Dadurch sind die Druckergebnisse sehr beständig. Vergleichbar mit lösemittelarmen Tinten beträgt die Nutzungsdauer in etwa drei Jahre. Mit zusätzlicher Laminierung lassen sich die Drucke sogar bis zu fünf Jahre im Outdoorbereich nutzen. Wegen des hohen Wasseranteils bleiben kritische Komponenten des Druckers sauber, so dass zudem eine optimale Tropfenabgabe gewährleistet wird. Auch bei geringem Betrachtungsabstand zeichnen sich die Drucke so durch eine hohe Bildqualität aus.
Aufgrund der Tintenzusammensetzung in Verbindung mit der Drucktechnologie ist beim Druckvorgang keine Ozonproduktion zu erwarten. Die Drucke haben äußerst geringe VOC-Werte (flüchtige organische Verbindungen). Gemäß US EPA-Methode 311 enthalten die Latex-Tinten keine gefährlichen Luftschadstoffe (HAPs). Da zudem auch keine Sensibilisatoren verwendet werden, erfüllen die Tinten die Vorgaben des Umweltzertifikats Nordic Swan. Die Druckprodukte selbst sind abgesehen vom Eigengeruch der Medien geruchlos. Wegen der internen Heizungen zum Trocknen und Härten der Latex-Polymer-Schicht verringert sich zudem der Energieverbrauch sowie die CO2-Emissionen entscheidend.
Letztendlich weisen Latextinten somit die gleichen Vorteile wie ein wasserbasiertes Systems auf, nämlich Umweltfreundlichkeit und leichtes Handling. Trotzdem haben sie die Outdoorbeständigkeit, die ansonsten lediglich mit Eco-Solvent-Systemen zu erreichen ist. Dadurch eignen sie sich für zahlreiche Anwendungen von der POP-Werbung über Gebäudewerbung bis hin zu Fahrzeugbeschriftungen.